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508460 original R K B by Gerd Altmann pixelio S.deFast jede Sucht hat als etwas ganz Normales oder Natürliches begonnen. Wenn wir hier die Alkoholsucht oder besser oder richtiger Alkoholkrankheit ansprechen, war das in diesem Fall nicht anders. Da war anfänglich sicher nicht der total herunter gekommene Betrunkene. Vielmehr war es ein kleiner Schluck zur Freude über eine bestandene Prüfung, das Gläschen Wein beim ersten "Date", der kleine Magenputzer nach einem guten Essen, ein Glas Bier nach einer schönen Wanderung. Und sicher könnte jeder direkt aus dem Stegreif noch einige Beispiele hinzufügen.

Warum blieb es nicht dabei? Eigentlich die falsche Frage. Warum blieb es bei einigen nicht dabei?

Diese Frage gründlich zu beantworten, füllt schon ganz viele Bücher. Ich werde nur ein paar wenige Gründe nennen oder nennen können. Mit Sicherheit spielen Herkunft, Umfeld und Bildung eine nicht unbedeutende Rolle. Aber dann gibt es Menschen, und dies aus allen sozialen Hintergründen und Schichten, denen der Alkohol, auch in kleinsten Portionen genossen, ein fast unstillbares Verlangen nach mehr weckt. Sei es der Geschmack oder die innere Ruhe die entsteht, oder dass man sich auf einmal auch mehr zutraut. Es sind in ganz vielen Fällen erst mal positive Empfindungen oder Ereignisse. Das sind die Punkte, die man wieder erleben möchte. Aber diese Empfindungen treten immer seltener auf. Man merkt, wenn ich etwas mehr trinke, habe ich wieder die positiven Punkte. In dem Moment fängt unser "Nachfüllmodell" an, sich ständig schneller zu drehen. Irgendwann, wenn nicht dazwischen etwas geschieht, wird dieser Mensch ein Opfer der Alkoholkrankheit sein.

Das ganze habe ich sehr kurz dargestellt. Es muss sicher nicht so enden, aber leider ist es in sehr vielen Fällen so. Dabei ist noch kein Wort darüber verloren, wieviele Angehörige auf diesem Weg auf der Strecke geblieben sind. Sei es in Verzweiflung, Depressionen, in Krankheiten oder auch Tod. Da wir diese Tatsache kennen und wissen, wie nötig auch Angehörige Hilfe brauchen, möchten wir ein starkes Augenmerk auch auf diese Personengruppe haben. Das heißt, wir werden, sofern sich Angehörige bei uns melden, ihnen die Möglichkeit geben, in einer besonderen Zeit mit uns zu sprechen. Angedacht ist ein 14-tägiges Treffen. Wie gesagt, bei Bedarf.  

Für Dich ?


Mancher trinkt doch aus Verzweiflung,
will das Leben nicht mehr spür'n.
Doch die Hilfe einer Gruppe,
kann zu neuem Leben führ'n.
F. Peterthalner

Du wirst gewinnen, ein neues Leben fängt an,
wir wissen's, denn wir haben es auch getan.
Was bei uns gesprochen wird, bleibt auch dort.
Auch betroffene Angehörige sind eingeladen.


Aktualisiert 19.05.2019

Tageslosung

Montag, 20. Mai 2019
4. Sonntag nach Ostern – Kantate (Singet dem HERRN ein neues Lied! Psalm 98,1)
Sieht Gott nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte?
Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.